Amokfahrt eines Lkw-Fahrers in München: Vier Menschen verletzt
on June 05, 2011

Amokfahrt eines Lkw-Fahrers in München: Vier Menschen verletzt

Am Freitag, 3. Juni 2011, kam es in München zu einer gefährlichen Amokfahrt mit einem Lastwagen. Ein 33-jähriger rumänischer Lkw-Fahrer war gegen 17.30 Uhr mit einem Sattelzug auf der Salzburger Autobahn in Richtung München unterwegs. Bereits auf Höhe der Ausfahrt Hofoldinger Forst fiel er anderen Verkehrsteilnehmern durch seine Fahrweise auf. Er soll mit Schlangenlinien gefahren sein und dadurch andere Fahrzeuge am Überholen gehindert haben.

Polizeikräfte konnten den Lkw noch vor dem Autobahnende nicht stoppen. In München fuhr der Fahrer auf den Innsbrucker Ring und anschließend auf den Mittleren Ring. Dabei missachtete er eine rote Ampel und kollidierte frontal mit einem Pkw, der bei Grün aus der Ottobrunner Straße in die Kreuzung einfuhr.

Durch den Zusammenstoß wurde der Pkw herumgeschleudert. Der 46-jährige Fahrer aus München erlitt leichte Verletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Lkw-Fahrer setzte seine Fahrt jedoch ungebremst fort.

Ein 47-jähriger Mann aus Mecklenburg-Vorpommern hatte die Situation beobachtet und versuchte, den Lastwagenfahrer durch Hupen zum Anhalten zu bewegen. Als dies keinen Erfolg zeigte, setzte er sich vor den Lkw und verringerte seine Geschwindigkeit, um den Sattelzug auszubremsen. Auch dieser Versuch blieb erfolglos.

An der Kreuzung des Innsbrucker Rings mit der Hechtseestraße standen mehrere Fahrzeuge an einer roten Ampel. Um nicht von dem herannahenden Lkw in die wartenden Fahrzeuge geschoben zu werden, wich der 47-Jährige auf den Geh- und Radweg aus. Der Lkw-Fahrer folgte ihm dorthin.

Ein Radfahrer, der an einer Fußgängerampel auf Grün wartete, konnte durch einen Sprung zur Seite verhindern, von den Fahrzeugen erfasst zu werden.

Kurz darauf fuhr der Lkw mit unverminderter Geschwindigkeit auf das Heck des vorausfahrenden Pkw auf. Der Wagen geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Der 47-jährige Fahrer, seine 26-jährige Beifahrerin und ein siebenjähriges Kind wurden leicht verletzt und anschließend ambulant in einem Münchner Krankenhaus behandelt.

Die Amokfahrt endete schließlich, als der Lastwagen einen Ampelmast überfuhr und eine rund 50 Zentimeter hohe Betonmauer eines Grundstücks durchbrach. Nach etwa 50 weiteren Metern kam der Sattelzug zum Stehen.

Der unverletzte Lkw-Fahrer verließ anschließend sein Fahrzeug und flüchtete über mehrere Grundstücke. Gegen 18.45 Uhr erhielt die Polizei einen Hinweis aus einer nahe gelegenen Gaststätte. Der Wirt der Taverne Nefeli in der Berger-Kreuz-Straße berichtete den Beamten, dass sich dort ein Mann aufhielt, der angegeben hatte, mit einem Lkw einen Unfall verursacht zu haben.

Bei dem Mann handelte es sich um den gesuchten 33-jährigen Lkw-Fahrer. Die Polizei nahm ihn noch am selben Abend fest.

Die Ermittlungen sollten unter anderem klären, welches Motiv hinter der Amokfahrt stand und ob der Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen stand. Auch eine mögliche Erkrankung wurde untersucht. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.

Der entstandene Sachschaden an der Gartenmauer war zunächst noch nicht beziffert. Die Schäden am Lkw wurden auf rund 30.000 Euro, die Schäden an den beiden Pkw auf etwa 20.000 Euro geschätzt. An der Ampelanlage entstand ein weiterer Schaden von rund 7.000 Euro.

Während der polizeilichen Unfallaufnahme musste der rechte Fahrstreifen des Innsbrucker Rings gesperrt werden.