Internationale Drogenbande plante Cannabis-Plantage in Holzminden – Gebäude brannte vor Zugriff der Ermittler ab
on March 16, 2025

Internationale Drogenbande plante Cannabis-Plantage in Holzminden – Gebäude brannte vor Zugriff der Ermittler ab

Holzminden. Eine international agierende Drogenbande wollte auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs in Holzminden eine professionelle Cannabis-Plantage mit bis zu 1.300 Pflanzen errichten. Das geht aus Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe (GER) hervor, die aus dem Landeskriminalamt Niedersachsen, dem Zollfahndungsamt Hannover und der Polizeidirektion Hannover unter Leitung der Staatsanwaltschaft Hannover besteht.

Nach Angaben der Ermittler investierten die Täter Anfang 2024 erhebliche Summen in den Aufbau der Anlage. Geplant waren drei bis vier Ernten pro Jahr mit jeweils bis zu 130 Kilogramm Marihuana. Damit sollte eine hochprofessionelle Produktionsstätte entstehen, die die Bande unabhängiger von Cannabis-Importen machen sollte.

Bevor die Ermittler jedoch zugreifen konnten, wurde die mutmaßliche Plantage zerstört: In der Nacht zum 12. September 2024 brannte das Gebäude nahezu vollständig aus.

Die Ermittlungen zeigen zudem das Ausmaß der mutmaßlichen Drogengeschäfte. Zwischen Sommer 2022 und 2024 soll die Gruppierung die Einfuhr von mindestens 2,2 Tonnen Marihuana, 27,2 Kilogramm Haschisch sowie 1,5 Kilogramm sogenanntem „Pinkem Kokain“ nach Deutschland organisiert haben. Die Betäubungsmittel wurden den Ermittlungen zufolge über große Logistikunternehmen aus Spanien in vermeintlich legalen Warensendungen eingeschleust.

Als mutmaßlicher Kopf der Bande gilt ein 26-Jähriger, der in der Nacht zum 10. März 2025 im spanischen Alicante festgenommen wurde. Obwohl er sich mit falschen Personalien auswies, konnten ihn die Ermittler identifizieren. Gegenwärtig läuft das Auslieferungsverfahren nach Deutschland.

Im Verlauf der Ermittlungen stellten die Behörden bereits rund 370 Kilogramm Marihuana und zwölf Kilogramm Haschisch sicher. Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige festgenommen. Vier mutmaßliche Komplizen aus Berlin, Hamburg und Hannover mussten sich bereits vor Gericht verantworten.

Am 12. März 2025 durchsuchten die Einsatzkräfte zudem mehrere Objekte in Hannover, der Wedemark und Berlin. Dabei wurden unter anderem Kommunikationsmittel und Unterlagen beschlagnahmt. Weitere Durchsuchungen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektionen Braunschweig und Hannover führten zur Sicherstellung von rund zehn Kilogramm Betäubungsmitteln, mutmaßlichem Dealgeld im fünfstelligen Euro-Bereich sowie Waffen, Messern und Schreckschusspistolen.

Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Den Schwarzmarktwert der eingeführten und gehandelten Cannabisprodukte schätzen die Ermittler auf mindestens sechs bis acht Millionen Euro.