Sachsen-Anhalt streicht Förderung für Patente
on November 09, 2011

Sachsen-Anhalt streicht Förderung für Patente

Ausgerechnet am Tag der Erfinder sorgt eine Entscheidung des Landes Sachsen-Anhalt für Unmut: Künftig sollen wichtige Zuschüsse für Erfinder wegfallen. Betroffen sind unter anderem Fördermittel, mit denen bislang Kosten im Zusammenhang mit der Erteilung von Patenten unterstützt werden konnten.

Im Saalekreis stößt die Entscheidung auf Kritik. Der in Krumpa lebende Forscher und Unternehmer Gerd Meilke warnt davor, dass Sachsen-Anhalt dadurch bei der Förderung von Erfindungen ins Hintertreffen geraten könnte. Gerade für private Erfinder mit begrenzten finanziellen Mitteln seien Zuschüsse wichtig, da der Weg von der ersten Idee bis zum erteilten Patent mit erheblichen Kosten verbunden sei.

Meilke kennt diesen Aufwand aus eigener Erfahrung. Der 58-Jährige hat mehrere Erfindungen entwickelt und verfügt über international geschützte Patente. Zu seinen Entwicklungen zählen unter anderem Mittel auf Basis von Pflanzenstoffen, die für die Pflege und den Schutz von Oberflächen eingesetzt werden können. Seine Produkte haben nach seinen Angaben auch das Interesse von Unternehmen geweckt.

Der Weg zum ersten Patent war jedoch langwierig. Sieben Jahre dauerte es nach seinen Angaben, bis seine erste Erfindung geprüft und international geschützt war. Zunächst musste geklärt werden, ob die Erfindung überhaupt neu war. Dafür war eine umfangreiche Recherche erforderlich.

Anschließend folgte die formelle Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt in München. Allein dafür fielen damals rund 1.500 Euro an. Eine weitere große Herausforderung war die Erstellung der Patentschrift. Meilke musste seine Erfindung detailliert dokumentieren. Die mehr als 100 Seiten umfassende Ausarbeitung verglich er mit einer wissenschaftlichen Arbeit.

Nach der Offenlegung der Unterlagen begann eine weitere wichtige Phase: Zwei Jahre lang musste der Erfinder mögliche Einsprüche abwarten. Für einen internationalen Patentschutz kamen anschließend weitere Kosten hinzu, unter anderem für notwendige Übersetzungen.

Erst nach Abschluss dieser Schritte erhielt Meilke die begehrte Patenturkunde. Für ihn zeigt der eigene Weg, wie hoch die finanziellen und zeitlichen Hürden für private Erfinder sein können. Die geplante Streichung der Zuschüsse sieht er deshalb kritisch – insbesondere mit Blick auf Menschen, die über eine gute Idee verfügen, aber nicht über die finanziellen Mittel, um den gesamten Patentierungsprozess allein zu finanzieren.